--- Komik ist Tragik in Spiegelschrift ---
Die Liebe stirbt nie einen natürlichen Tod.
Sie stirbt, weil wir das Versiegen Ihrer Quelle nicht aufhalten.
Sie stirbt an Blindheit und Missverständnissen und Verrat.
Sie stirbt an Krankheiten und Wunden, sie stirbt an Müdigkeit.
Sie siecht dahin, sie wird gebrechlich, aber Sie stirbt nie einen natürlichen Tod.
Jeder Liebende könnte des Mordes an seiner eigenen Liebe bezichtigt werden.
von Anais Nin
Aus „Der Prophet“ von Khalil Gibran („Von der Liebe“):
Wenn die Liebe euch ruft, folgt ihr,
Auch wenn ihre pfade beschwerlich und steil sind.
Und wenn ihre Schwingen euch umfangen, gebt euch ihr hin,
Auch wenn das Schwert zwischen ihren fittichen euch verwunden mag.
Und spricht sie zu euch, schenkt ihr glauben,
Auch wenn ihre Stimme eure Träume zerschlagen mag, so wie der Nordwind den Garten verwüstet.
Denn so wie die Liebe euch krönt wird sie euch kreuzigen. So wie sie euer Wachstum befördert, stutzt sie auch euren Wildwuchs.
Ebenso wie sie zu euren Gipfeln emporsteigt und eure zartesten Zweige liebkost, die im Sonnenlicht zittern, Wird sie zu euren Wurzeln herabsteigen und sie erschüttern in ihrem Erdverhaftetsein.
(…)
All das wird die Liebe euch antun, damit ihr die Geheimnisse eures Herzens erkennt und in diesem Erkennen zu einem Bruchteil vom Herzen des Lebens werdet.
(…)
Die Liebe gibt nichts als sich selbst und nimmt nichts als von sich selbst.
Die Liebe besitzt nicht, noch will sie Besitz sein.
Denn der Liebe ist die Liebe genug,
Wenn ihr liebtm sollt ihr nicht sagen „Gott ist in meinem Herzen“, sondern „Ich bin im Herzen Gottes.“ Und meint nicht, ihr könntet den Lauf der Liebe bestimmen, denn befindet sie euch für würdig, bestimmt vielmehr sie euren Lauf.
Die Liebe wünscht nichts, als sich selbst zu erfüllen. Doch wenn ihr liebt und Wünsche haben müsst, dann wünscht euch dies:
Zu zerschmelzen und gleich einem rauschenden Wasser zu werden, das der Nacht seine Weise singt. Die Qual zu großer Zärtlichkeit kennen zu lernen. Verwundert zu werden von eurem eigenen Verständnis der Liebe.
Und bereitwillig und freudig zu bluten.
(…)


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